Sie befinden sich im kleinen Wortladen des Sprachbloggeurs. Klein aber längst ein Geheimtipp. Man nimmt die Reise in diesen abgelegenen Vorort der Stadt WehWehWeh gerne auf sich. Beim Sprachbloggeur kann man nie wissen, was es zu finden gibt. Denn hier biete ich ein buntes Allerlei. Es hängen zwar noch immer keine Bilder in meinem Laden. Brauche ich sie aber? Vielleicht später mal. Meine Archive aus früherer Zeit habe ich übrigens schon längst "importiert". Nur: Ich weiß nicht, wie ich sie sichtbar mache. HTML spreche ich noch immer viel zu stumperhaft. Vielleicht lerne ich diese Sprache noch. Seien Sie herzlich gegrüßt, lieber Gast: Be it ever so humble, there's no place like home. Ihr Sprachbloggeur, PJ Blumenthal: DEM WORT AUF DER SPUR

Ein Herz für „gleichsam“

Darf ein Ausländer (damit meine ich mich) Deutschfehler von Muttersprachlern aufdecken und anprangern?

Schließlich sind auch meine Deutschkenntnisse nicht gerade fehlerfrei – obwohl ich länger in Deutschland lebe als manche meiner Leser alt sind.

In diesem Fall will ich aber unbedingt einen gewissen Fehler aufdecken. Es geht um ein Wort, das ich vor dem sonst sicheren Tod bewahren möchte: „gleichsam“.

Mit Verlaub…

Folgenden Satz (genauer gesagt: Bildunterschrift) las ich letzter Woche im „Spiegel-Online. Das Thema war „Film-Noir-Produktionen“. Ich zitiere:

Michael J.: die „Piedmontfotos“ (und Erinnerungen an Kim)

So einfach ist es, neugierig zu machen.

Anzügliches nur anzudeuten ist schon die halbe Miete. Zu bemerken: Ein paar fantasievolle Stichworte reichen und voilà! Jeder will die Fotos sehen.

Doch nun zum Handwerklichen: Ich erwägte zuerst „Prinzessin D.“ als Lockvogelbegriff einzusetzen. Ich war mir sicher: Die Abkürzung mit „Punkt“ würde genügen, um Begehrlichkeiten zu erwecken.

Vielleicht klingt der Name doch ein bisschen altbacken, dachte ich dann.

Vom Mann, der das Paradies bestahl (oder „Love Runs Out“)

Das Unfassbare ist geschehen. Das Paradies wurde letzte Woche bestohlen. Zudem: Ich war dabei, als es passierte.

Elender Dieb. Wie fühlt man sich, wenn man ausgerechnet das Paradies bestiehlt?

Natürlich ist hier die Rede von meinem Lieblingsobst- und Gemüsegeschäft, das öfter auf dieser Seite thematisiert wird.

Nomen est omen aber. Er hat de facto das Paradies beklaut.

Halsabschneider und Hintermänner – nur ein Beispiel (von vielen)

Was flüstert ihm der Henkersknecht ins Ohr? Ihm, dem traurigen Jungen mit dem netten Gesicht, eine schwarze Binde um die Augen wie ne Larve? Genau das Gegenteil von der Maskierung seiner Henker, deren Gesichter in schwarzen Tüchern verhüllt sind und bloß die Augen frei.

Bald werden sie ihm den Hals abschneiden – wie das Opferlamm. Er kniet neben dem Flüsterer. Trägt noch seine Soldatenuniform. Die Hände sind ihm hinter dem Rücken festgebunden. Der Kopf neigt nach vorne.

Was flüstert ihm der Henkersknecht zu?

Vielleicht: „Keine Angst. Du bist bald bei Gott.“

Achtung: Fliegende Untertassen unterwegs! Kein Witz

Drohnen? Das war gestern – wie die Intimrasur und Tattoos.

Wer fährt noch auf Drohnen ab? frage ich. Dröge Roboter halt, die wie Baukastenstechmücken ausschauen. Außer rumschnuffeln und Menschen vernichten können sie ohnehin nicht viel. Denkt man an eine Drohne, so schlägt das Herz mit Sicherheit nicht höher.

Nicht einmal die Vorstellung, sie als Auslieferdienstler oder Boten zu gebrauchen, regt an. Eine Mikrodrohne wäre vielleicht interessant, eine nämlich, die durch die Blutbahn kursiert oder Körperhöhlen erforscht oder vielleicht auch ein bisschen ʼwas repariert.

Wir sind alle Chinesen – Leben im „Reddit“-Zeitalter

Nun verstehe ich, wie es ist, ein Chinese zu sein.

Kein Chinese wie damals, als Konfuzius noch lebte, und erst recht kein Chinese wie unter Mao. Nein, ich meine einen heutigen Chinesen, einen Bewohner des Landes der Mitte („tschung kuo“), eine Einzelperson, einen von einer Milliarde plus.

Es ist 20h. Ich schalte den Fernseher („dian-schi-dschi“) ein, neben mir auf dem Sofa sitzen meine Frau, mein Kind und vielleicht meine Schwiegermutter oder auch meine Mutter. Wir gucken „Das glückliche Leben von Dschin Tai-lang“ an. Zum Schießen lustig.

Kurze Geschichte der verpixelten Welt (Achtung, Blattmacher: wichtige Infos!)

Von der Frau zu erzählen, die mir expressis verbis verbot, ihr Kind zu fotografieren, komme ich unten wieder zurück.

Ich fange lieber mit der „Rasterlupe“ an. Wer im vorigen Jahrtausend noch kein Erwachsener war, weiß wahrscheinlich nicht, was das ist. Es hat jedenfalls nichts mit der „Rasterfahndung“ zu tun. Ich schätze meine Rasterlupe immer noch.

Doch so sehr ist dieses fotografische Werkzeug aus der Mode gekommen, dass die zwei Exemplare, die ich neulich bei Amazon entdeckte, mit der Bemerkung versehen waren: „derzeit nicht verfügbar“. Das muss was bedeuten.

Eine nette Geschichte über einen netten Tod

Haben Sie gehört? Ein s e h r hohes Tier aus der „Phisher“-Szene ist vor ein paar Tagen den Folgen eines zu großen Stückes Fleisch, das er, weil er den Mund nicht voll genug bekommen konnte, verschlungen hatte, erlegen.

Um einem derartigen Erstickungstod entgegenzuwirken, gelten normalerweise zwei Notmaßnahmen:

Das Gesetz der Mundfaulheit oder Spre-a-S‘ Deu-h?

Kleine Englischprüfung. Keine Sorge. Die Antwort wird nicht benotet – zumindest heute nicht.

Folgenden englischen Satz hörte ich heute am Vorbeigehen auf der Straße. Ich werde ihn nach deutscher Schreibweise wiedergeben, um die Echtzeitaussprache zu veranschaulichen.

Also. Auf den Plätzen, fertig….los:

„Eiúananakómmnamjúnitssiejasséits.“

So ungefähr war das. Was ich hier schreibe ist freilich nur approximativ. Für manche Konsonanten (das 2. und 3. „N“, z.B.) finde ich keine 100%ig passende Buchstabenentsprechung.

Der Fall Elliot Rodger, z.B.: Wie ein Mensch zu einem Wort werden kann

Ungern instrumentalisiere ich das Unglück anderer. Diesmal aber mache ich eine Ausnahme – aber nur der Sprache zuliebe.

Vielleicht haben Sie schon über Elliot Rodger erfahren: in der Zeitung, im Netz oder Fernsehen, bei Twitter, Facebook usw.

Elliot war eine 22jährige Zeitbombe, der in einem Küstenstädtchen namens Isla Vista im südlichen Kalifornien lebte, wo er schließlich in die Luft ging.

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