Sie befinden sich im kleinen Wortladen des Sprachbloggeurs. Klein aber längst ein Geheimtipp. Man nimmt die Reise in diesen abgelegenen Vorort der Stadt WehWehWeh gerne auf sich. Beim Sprachbloggeur kann man nie wissen, was es zu finden gibt. Denn hier biete ich ein buntes Allerlei. Es hängen zwar noch immer keine Bilder in meinem Laden. Brauche ich sie aber? Vielleicht später mal. Meine Archive aus früherer Zeit habe ich übrigens schon längst "importiert". Nur: Ich weiß nicht, wie ich sie sichtbar mache. HTML spreche ich noch immer viel zu stumperhaft. Vielleicht lerne ich diese Sprache noch. Seien Sie herzlich gegrüßt, lieber Gast: Be it ever so humble, there's no place like home. Ihr Sprachbloggeur, PJ Blumenthal: DEM WORT AUF DER SPUR

Wie der Schatz den Würgeengel fand (oder: Gamescom ist geil)

„Schatz, reichst du mir bitte das ‚Wohlfühlen‘.“

„Was für Fühlen, bitte?“

„Den SZ-Sonderteil, der neben dir auf dem Sofatisch liegt. Der mit der hübschen Badenixe auf dem Titelblatt. Ist sie nicht süß? So sah ich aus, als du mich heiratetest. Kannst du dich noch erinnern?“

„Hier, dein Heft.“

„Sieht sie nicht aus wie ich damals?“

„Ja, ja.“

„Ich merke schon. Du bist mit den Gedanken ganz wo anders.“

He, Cyberkriminellen! Kommt bald wieder! Ihr fehlt uns!

Wer hat die Glasfaserkabel in Berlin durchschnitten – mit dem Ergebnis, dass 160.000-Haushalte urplötzlich ohne Internet – und Telefon – waren?

Ich weiß es.

Es war Al Kaida, der ISIS oder so was Ähnliches.

Achtung Trickdiebe: Folgender Text ist für SIE geschrieben

Trickdieb: Hallöchen! Rate mal, wer am Telefon ist.

Irmgard: Bist du es, Horst, oder ist das jemand, der mich mit dem Enkelkindtrick übers Ohr hauen will?

Trickdieb: Haha. Du bist ja lustig. Ich bin’s natürlich, der Horst. Wie kommst du auf diese Enkelkindnummer?

Irmgard: Heutzutage muss man alles hinterfragen. So, so, du bist es also doch, Horst.

Trickdieb: Ja, ämm, Oma, ich bin’s, der lieber Horst.

Irmgard: Schön, mein Junger. Und wie geht’s der Hanni?

Trickdieb: Oh, bestens.

Ein Herz für „gleichsam“

Darf ein Ausländer (damit meine ich mich) Deutschfehler von Muttersprachlern aufdecken und anprangern?

Schließlich sind auch meine Deutschkenntnisse nicht gerade fehlerfrei – obwohl ich länger in Deutschland lebe als manche meiner Leser alt sind.

In diesem Fall will ich aber unbedingt einen gewissen Fehler aufdecken. Es geht um ein Wort, das ich vor dem sonst sicheren Tod bewahren möchte: „gleichsam“.

Mit Verlaub…

Folgenden Satz (genauer gesagt: Bildunterschrift) las ich letzter Woche im „Spiegel-Online. Das Thema war „Film-Noir-Produktionen“. Ich zitiere:

Michael J.: die „Piedmontfotos“ (und Erinnerungen an Kim)

So einfach ist es, neugierig zu machen.

Anzügliches nur anzudeuten ist schon die halbe Miete. Zu bemerken: Ein paar fantasievolle Stichworte reichen und voilà! Jeder will die Fotos sehen.

Doch nun zum Handwerklichen: Ich erwägte zuerst „Prinzessin D.“ als Lockvogelbegriff einzusetzen. Ich war mir sicher: Die Abkürzung mit „Punkt“ würde genügen, um Begehrlichkeiten zu erwecken.

Vielleicht klingt der Name doch ein bisschen altbacken, dachte ich dann.

Vom Mann, der das Paradies bestahl (oder „Love Runs Out“)

Das Unfassbare ist geschehen. Das Paradies wurde letzte Woche bestohlen. Zudem: Ich war dabei, als es passierte.

Elender Dieb. Wie fühlt man sich, wenn man ausgerechnet das Paradies bestiehlt?

Natürlich ist hier die Rede von meinem Lieblingsobst- und Gemüsegeschäft, das öfter auf dieser Seite thematisiert wird.

Nomen est omen aber. Er hat de facto das Paradies beklaut.

Halsabschneider und Hintermänner – nur ein Beispiel (von vielen)

Was flüstert ihm der Henkersknecht ins Ohr? Ihm, dem traurigen Jungen mit dem netten Gesicht, eine schwarze Binde um die Augen wie ne Larve? Genau das Gegenteil von der Maskierung seiner Henker, deren Gesichter in schwarzen Tüchern verhüllt sind und bloß die Augen frei.

Bald werden sie ihm den Hals abschneiden – wie das Opferlamm. Er kniet neben dem Flüsterer. Trägt noch seine Soldatenuniform. Die Hände sind ihm hinter dem Rücken festgebunden. Der Kopf neigt nach vorne.

Was flüstert ihm der Henkersknecht zu?

Vielleicht: „Keine Angst. Du bist bald bei Gott.“

Achtung: Fliegende Untertassen unterwegs! Kein Witz

Drohnen? Das war gestern – wie die Intimrasur und Tattoos.

Wer fährt noch auf Drohnen ab? frage ich. Dröge Roboter halt, die wie Baukastenstechmücken ausschauen. Außer rumschnuffeln und Menschen vernichten können sie ohnehin nicht viel. Denkt man an eine Drohne, so schlägt das Herz mit Sicherheit nicht höher.

Nicht einmal die Vorstellung, sie als Auslieferdienstler oder Boten zu gebrauchen, regt an. Eine Mikrodrohne wäre vielleicht interessant, eine nämlich, die durch die Blutbahn kursiert oder Körperhöhlen erforscht oder vielleicht auch ein bisschen ʼwas repariert.

Wir sind alle Chinesen – Leben im „Reddit“-Zeitalter

Nun verstehe ich, wie es ist, ein Chinese zu sein.

Kein Chinese wie damals, als Konfuzius noch lebte, und erst recht kein Chinese wie unter Mao. Nein, ich meine einen heutigen Chinesen, einen Bewohner des Landes der Mitte („tschung kuo“), eine Einzelperson, einen von einer Milliarde plus.

Es ist 20h. Ich schalte den Fernseher („dian-schi-dschi“) ein, neben mir auf dem Sofa sitzen meine Frau, mein Kind und vielleicht meine Schwiegermutter oder auch meine Mutter. Wir gucken „Das glückliche Leben von Dschin Tai-lang“ an. Zum Schießen lustig.

Kurze Geschichte der verpixelten Welt (Achtung, Blattmacher: wichtige Infos!)

Von der Frau zu erzählen, die mir expressis verbis verbot, ihr Kind zu fotografieren, komme ich unten wieder zurück.

Ich fange lieber mit der „Rasterlupe“ an. Wer im vorigen Jahrtausend noch kein Erwachsener war, weiß wahrscheinlich nicht, was das ist. Es hat jedenfalls nichts mit der „Rasterfahndung“ zu tun. Ich schätze meine Rasterlupe immer noch.

Doch so sehr ist dieses fotografische Werkzeug aus der Mode gekommen, dass die zwei Exemplare, die ich neulich bei Amazon entdeckte, mit der Bemerkung versehen waren: „derzeit nicht verfügbar“. Das muss was bedeuten.

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