Sie befinden sich im kleinen Wortladen des Sprachbloggeurs. Klein aber längst ein Geheimtipp. Man nimmt die Reise in diesen abgelegenen Vorort der Stadt WehWehWeh gerne auf sich. Beim Sprachbloggeur kann man nie wissen, was es zu finden gibt. Denn hier biete ich ein buntes Allerlei. Es hängen zwar noch immer keine Bilder in meinem Laden. Brauche ich sie aber? Vielleicht später mal. Meine Archive aus früherer Zeit habe ich übrigens schon längst "importiert". Nur: Ich weiß nicht, wie ich sie sichtbar mache. HTML spreche ich noch immer viel zu stumperhaft. Vielleicht lerne ich diese Sprache noch. Seien Sie herzlich gegrüßt, lieber Gast: Be it ever so humble, there's no place like home. Ihr Sprachbloggeur, PJ Blumenthal: DEM WORT AUF DER SPUR

Enthaupten: grammatikalische Überlegungen

Was? Noch nie jemanden enthauptet?

Höchste Zeit, sich zu informieren. Schon jetzt wittern die gewieftesten Zeitgeistbeobachter eine neue Megamode. Intimrasur, Tattoos, Selfies ade! Das Enthaupten könnte geiler werden als World of Warcraft (WoW), Netflix und Phablets zusammen. Und obendrein verdammt einfach. Um Tony Abbot, Premierminister Australiens, zu zitieren: Man brauche lediglich „ein Messer, ein iPhone und ein Opfer“. Und zack! ist man dabei.

Briefe schreiben – kurze Einleitung für Unschlüssige

Sprachbloggeur: Was darf’s sein: Ebola oder ISIS?

Leser: Nein, lieber Sprachbloggeur, heute möchte ich erfahren, wie man einen Brief schreibt.

Sprachbloggeur: Einen Brief? Oder meinen Sie eine Mail?

So in etwa verlief der innere Monolog, der dieser Glosse vorausging. (Der kreative Prozess ist immer sehr verzwickt. Man kann nie wissen, woher die Impulse kommen wird).

Uber über alles – oder ein Lob des Siezens

Ja, ich will mich über Uber – den „sharing economy“ Taxidienst – äußern, aber zunächst Folgendes:

In letzter Zeit wache ich – unvermittelt – mitten in der Nacht auf und kann nicht wieder einschlafen. Das Alter wohl oder die üblichen Sorgen.

Was tue ich? Ich höre Radionachrichten, ARD-Infonacht, bis ich’s nicht mehr aushalte. Während einer solchen schlaflosen Episode erfuhr ich, dass in Flensburg nur noch geduzt wird. Das Siezen sei out.

Der Fluch der Zweisprachigkeit

Eine kurze Anekdote über einen Menschen, der zwischen den Sprachen lebt. Damit meine ich natürlich mich.

Wollte ich jemanden verfluchen, würde ich ihm wünschen, er möge zwischen den Sprachen leben.

Es passierte vielleicht vor etwa zwei Wochen. Ich hatte zwei kurze Romane von Philip Roth gelesen: auf Englisch, meine Muttersprache.

Vorsicht Baby-Talk!

Ich ging aus der Bäckerei, das gekaufte Brot in meiner Einkaufstasche verstaut, die üblichen Gedanken in den Sinn: Wird es bald wieder, also genau 75 Jahre nach dem Anfang des Zweiten und 100 Jahre nach dem Anfang des Ersten Weltkriegs, Krieg geben? Wird die Nato die Ukrainer bewaffnen, sodass die Russen, um das Gesicht zu bewahren, eine unkluge Gegenoffensive in Angriff nehmen werden? Oder: Werden die Wirrköpfe des sog.

Das „Selfie“ – ein Nachruf (und anschließend ein Wort zu Ebola)

Die Erkenntnis kam im Lauf eines ausgesprochen unanständigen Gedanken: Hat der durchgeknallte „Dschihadi John“ die Hinrichtung des Fotografen James Foley als „Selfie“ inszeniert?

Ich glaube es nicht. Trotzdem: Dieser ungebührliche Gedanke wurde mir zum Anlass, über das sich rasant ausbreitende Modewort „Selfie“ zu sinnen.

Mit dem Resultat, dass ich Ihnen heute, so sehr es mich grämt, eine (für manche) schlechte Nachricht überbringen werde:

Das Wort „Selfie“ ist ein Auslaufmodell. Schon jetzt ist es totkrank.

Wie der Schatz den Würgeengel fand (oder: Gamescom ist geil)

„Schatz, reichst du mir bitte das ‚Wohlfühlen‘.“

„Was für Fühlen, bitte?“

„Den SZ-Sonderteil, der neben dir auf dem Sofatisch liegt. Der mit der hübschen Badenixe auf dem Titelblatt. Ist sie nicht süß? So sah ich aus, als du mich heiratetest. Kannst du dich noch erinnern?“

„Hier, dein Heft.“

„Sieht sie nicht aus wie ich damals?“

„Ja, ja.“

„Ich merke schon. Du bist mit den Gedanken ganz wo anders.“

He, Cyberkriminellen! Kommt bald wieder! Ihr fehlt uns!

Wer hat die Glasfaserkabel in Berlin durchschnitten – mit dem Ergebnis, dass 160.000-Haushalte urplötzlich ohne Internet – und Telefon – waren?

Ich weiß es.

Es war Al Kaida, der ISIS oder so was Ähnliches.

Achtung Trickdiebe: Folgender Text ist für SIE geschrieben

Trickdieb: Hallöchen! Rate mal, wer am Telefon ist.

Irmgard: Bist du es, Horst, oder ist das jemand, der mich mit dem Enkelkindtrick übers Ohr hauen will?

Trickdieb: Haha. Du bist ja lustig. Ich bin’s natürlich, der Horst. Wie kommst du auf diese Enkelkindnummer?

Irmgard: Heutzutage muss man alles hinterfragen. So, so, du bist es also doch, Horst.

Trickdieb: Ja, ämm, Oma, ich bin’s, der lieber Horst.

Irmgard: Schön, mein Junger. Und wie geht’s der Hanni?

Trickdieb: Oh, bestens.

Ein Herz für „gleichsam“

Darf ein Ausländer (damit meine ich mich) Deutschfehler von Muttersprachlern aufdecken und anprangern?

Schließlich sind auch meine Deutschkenntnisse nicht gerade fehlerfrei – obwohl ich länger in Deutschland lebe als manche meiner Leser alt sind.

In diesem Fall will ich aber unbedingt einen gewissen Fehler aufdecken. Es geht um ein Wort, das ich vor dem sonst sicheren Tod bewahren möchte: „gleichsam“.

Mit Verlaub…

Folgenden Satz (genauer gesagt: Bildunterschrift) las ich letzter Woche im „Spiegel-Online. Das Thema war „Film-Noir-Produktionen“. Ich zitiere:

Seiten

Subscribe to Der Sprachbloggeur RSS